Männer, wir sind Dumm!

Eventuell nicht ganz so dumm wie Brot.

Möglicherweise etwas dümmer.

Sicherlich wird auch die eine oder Andere Leserin sich in ihrer Dummheit erkannt fühlen.

Doch sind Männer in meinen Augen ohne Zweifel das dümmere Geschlecht und dazu stehe ich auch mit diesem Text.

(und damit meine ich nicht Mann als Subjekt, sondern beziehe mich ausnahmslos auf sein „dummes“ Verhalten )

Dieser Text behandelt verschiedene Aspekte von Männerdummheit, derer ich mir aktuell immer bewusster werde.

„ Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung“

Vielleicht ist ja an diesem Spruch etwas dran und ich/du erwachse durch diese Reflexion etwas meiner Dummheit.

Das erste Merkmal männlicher Dummheit, dass mir in den Sinn kommt ist

SELBSTÜBERSCHÄTZUNG

Experten, Fachmänner, Politiker, Manager, also die Vorbilder und Autoritäten unserer Gesellschaft, präsentieren stolz ihre Dummheit in Hoffnung auf Applaus und Anerkennung.

Dabei präsentieren sie in der Regel ihre maßlose Selbstüberschätzung, indem sie felsenfeste Meinungen vertreten und Urteile fällen.

Je höher der vermeintliche Status, desto festgefahrener sind diese Meinungen und desto größer ist die Chance, komplett daneben zu liegen.

Dabei verführt uns unser Gehirn einerseits zu einer dramatisierenden Weltsicht (siehe Hans Rosling factfullness) und andererseits zu einer egoistischen Ignoranz der Folge unseres Handelns.

In Multiple Choice Fragebögen zur Lage der Menschheit bezüglich grundlegender Themen wie Bildung, Gesundheit, Ernährung, Umweltzerstörung, Armut, schlagen Menschen meist schlechter ab als Menschenaffen, die zufällig ankreuzen.

Für je klüger wir uns halten, desto dümmer sind wir.

Wir bohren uns mit unserem Verstand immer mehr in Details hinein.

Fokussieren einen immer kleineren Ausschnitt.

Verlieren dabei komplett den Überblick und nennen das dann Intelligenz.

„Superhirne“, die 12 oder mehr Stunden am PC sitzen, und dabei ihre Beziehungsfähigkeit und Gesundheit aufs Spiel setzten, werden in unserer Kultur mit horrenden Honorare gelockt und gefördert.

Wollen wir unsere Kinder wirklich in diese Richtung drängen und verblöden?

Als Folge dieser rechthaberischen Kultur, in der das Vertreten von Meinungen Stärke und Selbstvertrauen suggeriert und auf der anderen Seite die Wahrheit, nämlich die des Nichtwissens, als Schwäche und Dummheit abgestempelt wird, führte dazu, dass ich mir ein unendlich dummes Verhalten angewöhnte. 

Vielleicht findest auch du dich in diesem Verhalten wieder.

Männer fragen nicht nach Rat

Ausnahmsweise das Fernsehen mit der Sesamstraße gibt hier einen entscheidenden Hinweis.

„Wer nicht fragt, bleibt dumm!“

Leider war ich dafür zu ängstlich und zu Scham erfüllt.

Soviel hätte ich erfahren und lernen können, wenn ich den Mut gehabt hätte, mich mit meinem Nichtwissen zu zeigen.

Bis zur 6. Klasse wusste ich nicht, und habe heute noch eine Blockade, wann meine Eltern und Brüder Geburtstag haben, die Namen und Reihenfolge der Monate, oder die Wochentage. Einfach, weil ich mich schämte, danach zu fragen.

Dafür ausgelacht worden war, dass ich es nicht wusste.

Ich durch die Scham komplett blockiert und damit dumm blieb.

Das sind nur 2 Beispiele für unendliche Fragen, die ungefragt und unbeantwortet blieben.

Kennst du das, dass du aus Scham nicht nach dem Namen von Jemandem fragst, der sich dir schon vorgestellt hat.

Wie dumm ist das denn?

Ich bewundere und orientiere mich an Menschen, die sich die Offenheit und Neugierde bewahrt oder erarbeitet haben, urteilsfrei und offen mit fragendem und lauschenden Geist der Welt zu begegnen.

Männer gehen nicht zum Arzt

Männer spielen mit dem Tod.

Sie kaufen teure Sachen, die möglichst viel Krach und Dreck machen.

Kriegsmaschinerie, Rennwagen, und Luxusgüter.

Sie bekämpfen sich gegenseitig.

Und zerstören den Planeten.

Sie rauchen, saufen, schießen sich weg.

Das ist jetzt etwas plakativ und allgemein gesagt und doch liegt hier ein immenser „Männer-Schatten“, der uns als Spezies gerade unserer Lebensgrundlage beraubt.

Ich glaube, dass der Hund in folgendem Mangel begraben liegt.

Männer haben nicht gelernt, sich um sich zu kümmern.

Hilfe anzunehmen.

Überhaupt anzunehmen.

Und das erzeugt einen immensen Schmerz.

Ein Getrenntheitsgefühl.

Eine Einsamkeit und Hilflosigkeit, die sich mit Adrenalin und Rausch wunderbar ausblenden lässt.

Oder durch Abhärtung und Starr oder Stark sein betäuben.

Annahme macht Mann Angst, denn sie öffnet den Schmerz von Generationsübergreifenden Traumata.

Die Gewalt und Verletzungen, die Generationen vor uns sich gegenseitig angetan haben, sind der Nährboden, auf dem heute Gewalt und Machtphantasien wie Unkraut sprießen.

Ist das nicht mega dumm?

Männer jammern! Anstatt Selbst Verantwortung zu übernehmen.

Besonders, wenn es um fehlende Bestätigung von Frauen geht, höre ich mich selbst und Männer um mich herum immer wieder klagen und jammern.

Als hätten wir einen Anspruch darauf bedient und betüddelt zu werden.

Dieses Verhalten ist die Garantie, dass sich garantiert nichts verändern wird.

Die Opferrolle anzunehmen, verbaut uns komplett den Weg.

Macht uns schwach und abhängig.

Ja. Wir sind auch abhängig voneinander.

Doch nicht hilflos.

Denn es ist unsere Essenz, uns gegenseitig unterstützen zu wollen.

Anstatt zu Jammern, frag mal nach Feedback.

Und übernehme 100% Verantwortung.

Stehe zu deiner Schwäche und dummen Verhaltensweisen.

Nicht weil du alleine Verantwortlich bist, aber weil du dich dadurch ermächtigst.

Moritz Geschichte

Zum Schluss möchte ich mich bei einem guten Freund bedanken, der mich durch das Teilen seiner Erfahrung zu diesem Text inspiriert hat.

Während eines Rituals mit einer Pflanzen Medizin hatte er eine Eingebung, die er nach der Zeremonie mit der Gruppe teilte.

Während er sich im Laub suhlte und mit Mutter Erde verband, Sie fickte, hatte er wiederkehrend die Erkenntnis.

„Ich bin Dumm. Ich bin Schöpferkraft. Ich bin Dumm“.

Seine Frau, die ihn währenddessen beobachtete hatte witzigerweise den Gedanken „bist du Dumm, oder was?“

Wofür sie sich zunächst schämte, doch über das wir am Ende, nachdem Moritz seine Erfahrung geteilt hatte, gemeinsam herzlichst lachen konnten.

Mit der Natur verbunden lebende Menschen fragten übrigens über hunderte von Generationen diese und andere Pflanzen zu großen Entscheidungen, Lebensfragen und bei Krankheiten nach Rat; erhielten Antworten und orientierten sich an diesen.

Für sie sind Pflanzen die weiseren Lebewesen.

Sie konnten also auch nach Hilfe und Rat fragen und hatten scheinbar eine realistischere Einschätzung ihrer Möglichkeiten und ihres Verstandes, als die Dummen der „zivilisierten“ Neuzeit.

Ich freue mich über Feedback und hoffe mit diesem Text Austausch anzuregen.

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